Chirurgisches Zentrum Herborn
Austr. 66 
35745 Herborn 
Tel.: 02772-2405 
Fax.: 02772-921586 

Chirurgisches Zentrum Dillenburg 
Hindenburgstr. 15 
35683 Dillenburg 
Tel.: 02771-6263 
Fax.: 02771-24825

Narkose

Stationäre Eingriffe

Bei stationären Operationen wird die Narkose selbstverständlich durch die Anästhesieabteilung des Krankenhauses erbracht.

 

Ambulante Operationen

Ambulante Operationen werden entweder in örtlicher- oder in Leitungsanästhesie durch die Operateure erbracht. Für größere Eingriffe ist eine Allgemein- oder Regionalanästhesie erforderlich, welche durch einen erfahrenen Narkosearzt erbracht wird, mit dem ein langjähriges Vertrauensverhältnis besteht.

 

Allgemeines

Die ambulante Durchführung von Operationen hat insbesondere in den vergangenen Jahrzehnten eine geradezu explosionsartige Entwicklung genommen. Hierbei kommt insbesondere den USA die Vorreiterrolle zu. Die Prognosen zielen hier auf einen prozentualen Anteil von bis zu 80% ambulant durchgeführter Operationen an der Gesamtzahl aller Eingriffe in der nahen Zukunft. Die Schätzungen für Deutschland für das laufende Jahrzehnt liegen zwar derzeit immer noch unter 50%, dennoch lässt diese Zahl für die Zukunft noch eine erhebliche Verschiebung von Operationen aus dem stationären in den ambulanten Bereich erwarten, sofern die Politik dies nicht verhindert.

 

Die Vorteile der Tageschirurgie liegen auf der Hand, z.B.:

 

  • Rasche Rückkehr der Patienten in ihr soziales Umfeld
  • Geringeres Infektionsrisiko durch Krankenhauskeime
  • Deutlich geringere finanzielle Belastung der Kostenträger

Die Abkehr von der stationären Versorgung wurde neben der veränderten Einstellung von Arzt und Patient natürlich auch ermöglicht durch die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden, allerdings auch in gleichem Maße durch den Fortschritt in der modernen Anästhesie. Hier spielen neben neuen Medikamenten, die eine wesentlich verkürzte Wirkdauer besitzen und damit eine sehr gute Steuerbarkeit der Narkose ermöglichen, auch neue Messverfahren in der Überwachung der Patienten eine entscheidende Rolle (z.B. Bestimmung der Sauerstoffkonzentration im Blut über einen Fingerclip, kontinuierliche Messung der Kohlendioxidkonzentration in der Atemluft). Heute ist die ambulante Durchführung auch mehrstündiger Operationen in Vollnarkose oder Regionalanästhesie ohne Gefahr für den Patienten möglich.

 

Vorbereitung

Zur Vorbereitung auf eine Narkose oder Regionalanästhesie gehört generell ein ausführliches Vorgespräch. Dies kann bereits längere Zeit vor dem geplanten Operationstermin geführt werden. Neben der gesetzlichen Vorgabe, dass jedem Patienten ausreichend Zeit zur Verfügung stehen muss, den Entschluss zur Durchführung eines ambulanten Eingriffs in Narkose/Regionalanästhesie zu überdenken (hierzu ist die Zeitdauer über eine Nacht ausreichend), dient dieses Gespräch u.a. folgenden Zwecken:

 

Der Patient lernt seinen behandelnden Arzt kennen (im Krankenhaus sind aufklärender und der die Narkose durchführende Arzt häufig nicht identisch). Hierdurch können bereits wesentliche Ängste abgebaut werden.

Eine genaue Anamneseerhebung über den Gesundheits-/Krankheitszustand des Patienten sowie die körperliche UNtersuchung ermöglichen es, frühzeitig Besonderheiten für die Narkose/Regionalanästhesie sowie das Verhalten des Patienten vor und nach der OPeration herabzuarbeiten und so die Gefährdung auf ein Minimum zu reduzieren.

 

  • Vor der Durchführung einer Narkose sind bei uns ein aktuelles Labor und ein EKG erforderlich, diese werden vom Hausarzt durchführt oder veranlasst.
  • Letztlich klärt der Anästhesist bei diesem Termin ab, ob durch irgendwelche Gegenanzeigen die ambulante Durchführung der Operation in Narkose/Regionalanästhesie nicht möglich ist:
  • Schwerwiegende Vorerkrankungen, z.B. Herz-Kreislauferkrankungen,      
  • schlecht eingestellte Zuckerkrankheit,
  • andere besondere neurologische oder endokrinologische Vorerkrankungen, Besonderheiten einer medikamentösen          Dauertherapie,
  • Unzureichende häusliche Versorgung des Patienten
  • Aufklärung über die Narkose/Regionalanästhesie, die Vorbereitung (z.B.  Nüchternzeiten, Medikamenteneinnahme), das Verhalten postoperativ sowie  Klärung aller Fragen des Patienten – die wesentlichen Anweisungen für das Verhalten vor und nach der Narkose geben wir unseren Patienten selbstverständlich schriftlich mit nach Hause.

 

Vorbereitungsanweisung zur ambulanten Narkose/Regionalanästhesie

 

Zur Vorbereitung sind folgende Punkte unbedingt einzuhalten:

  • Sie müssen zum OP-Termin nüchtern sein:
  • 6 ½ Stunden vor der OP dürfen Sie nichts mehr essen oder trinken
  • Medikamente nehmen Sie bitte wie üblich ein (bis 2 ½ Std. vor der OP)
  • Sie benötigen eine erwachsene Begleitperson, die bereits nach dem Eingriff im Aufwachraum bei Ihnen sein sollte, um für uns als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

 

Bitte kommen Sie so vorbereitet 1/2 Stunde vor dem vereinbarten OP-Termin zu uns in die Praxis nach Herborn.

 

 

Narkosedurchführung für chirurgische Operationen

 

Über 90% der bei uns durchgeführten Operationen werden in Vollnarkose durchgeführt. Diese ist mit den modernen Narkosemedikamenten und entsprechender Erfahrung bestens verträglich und sehr gut steuerbar, so dass der Patient in aller Regel ca. 5 Minuten nach dem Eingriff wieder wach und ansprechbar sind.

Zur Narkoseeinleitung werden Sie eine Spritze erhalten, die Aufrechterhaltung der Narkose erfolgt durch die Zufuhr weiterer Narkosemedikamente über die liegende Infusion. Zusätzlich wird eine künstliche Beatmung durchgeführt über einen Beatmungsschlauch, der vorzugsweise durch den Mund vor den Kehlkopf gelegt wird. Nur in besonderen Fällen ist eine Intubation erforderlich, bei der der Beatmungsschlauch in die Luftröhre geführt wird. Selbstverständlich erfolgen diese Maßnahmen erst, wenn Sie tief eingeschlafen sind. Die Entfernung erfolgt vor dem Aufwachen, so dass Sie von dieser gesamten Prozedur nichts bemerken werden.

Folgende Beschwerden können durch diesen Beatmungsschlauch nach der OP auftreten:

Halsschmerzen und Heiserkeit: Diese Beschwerden sind selten und verschwinden normalerweise innerhalb kurzer Zeit ohne weitere Behandlung. Zahnbeschädigungen durch eine Intubation sind extrem selten.

Herz-, Kreislauf- und Atemprobleme können theoretisch bei jeder Narkose auftreten, aber bei den heute verwendeten Narkosemitteln und Fehlen von schwerwiegenden Vorerkrankungen der Patienten ebenfalls extrem selten. Zudem werden Sie während der gesamten OP vom Narkosearzt überwacht, der Schwierigkeiten frühzeitig erkennen und behandeln kann.

Nach dem Eingriff bleiben Sie bis zur vollständigen Erholung in unserem Aufwachraum (in der Regel ca. 1 Stunde), Ihre Begleitperson ist bereits zu diesem Zeitpunkt bei Ihnen.

Nach der Entlassung durch uns, dürfen Sie selbstverständlich nur in Begleitung nach Hause. Für die folgenden 24 Stunden ist eine Betreuung zwingend erforderlich, d.h. Sie dürfen während dieser Zeit nicht alleine bleiben, eine erwachsene Betreuungsperson muss per Ruf (nicht Telefon!) erreichbar sein, muss aber nachts nicht an Ihrem Bett sitzen.

Jeder Patient bekommt zur Operation einen Informationsbogen ausgehändigt mit speziellen Anweisungen für das Verhalten vor und nach der Operation sowie einer Telefonnummer, unter der der Behandler außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten für Notfälle erreichbar ist.

Selbstverständlich bieten wir für periphere Eingriffe an den Armen auch Regionalanästhesien an. Der Narkosearzt wird sie bei Ihrem Narkosevorgespräch hierauf hinweisen und die Vor- und Nachteile der jeweiligen Technik erklären.