Chirurgisches Zentrum Herborn
Austr. 66 
35745 Herborn 
Tel.: 02772-2405 
Fax.: 02772-921586 

Chirurgisches Zentrum Dillenburg 
Hindenburgstr. 15 
35683 Dillenburg 
Tel.: 02771-6263 
Fax.: 02771-24825

Diagnostik

Körperliche Untersuchung

Neben der Erhebung der Vorgeschichte ist eine ausführliche und umfassende Untersuchung der betroffenen Körperregionen unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Diagnostik. Viele Erkrankungen lassen sich allein durch die körperliche Untersuchung diagnostizieren. Bei Verletzungen von Gelenken und bei Verdacht auf einen Knochenbruch werden die körperlichen Untersuchungen auch in kürzeren Abständen wiederholt. Dies dient zur Feststellung des Beschwerdeverlaufs, aber auch dazu, einen günstigen evtl. schmerzärmeren Untersuchungszeitpunkt abzuwarten. Durch dieses Vorgehen kann einerseits bei ergänzend notwendiger Diagnostik (z.B. CT oder MRT) die Fragestellung präzisiert werden, andererseits aber auch teure Zusatzdiagnostik vermieden werden, da sich viele Beschwerden im Verlauf der ersten ein bis zwei Wochen vollständig zurückbilden.

 

Röntgendiagnostik

Medizinische Röntgendiagnostik meint die Erkennung von Krankheiten oder krankhaften Veränderungen des menschlichen Körpers unter Anwendung von Röntgenstrahlen. Wichtig ist hier auch die Abgrenzung von unbedeutsamen Normalvarianten. Dabei kann die Untersuchung statisch in Form von Aufnahmen (wie ein Foto) oder dynamisch in Form von Durchleuchtungen unter dauernder bzw. gepulster Röntgenstrahlung (wie ein Video) erfolgen. In unserer Praxis werden sowohl Röntgenaufnahmen, als auch Durchleuchtungen in digitaler Technik erbracht. Digitale Röntgentechnik (wie Digitalfotographie) bedeutet die konventionelle Erzeugung des Bildes mit ionisierenden Strahlen, aber die Abbildung auf Speicherfolien und die Archivierung auf Speichermedien. Dies ermöglicht eine bessere Diagnostik durch Bildbearbeitungsmöglichkeiten und einen schnelleren Zugriff auf die Bilder. Gleichzeitig ist diese Technik umweltverträglicher da große Mengen an Chemikalien zur Bildentwicklung nicht mehr anfallen.

Wir setzen die Röntgendiagnostik vorwiegend zur Erkennung von Veränderungen an den Knochen und Gelenken ein. Auch Fremdkörper oder bestimmte Weichteilveränderungen können mit der Röntgendiagnostik erkannt werden. Hierbei bleibt zu beachten, dass sich Minimalveränderungen, wie z.B. Haarrisse, oft der einfachen Röntgendiagnostik entziehen können und bei anhaltenden Beschwerden ergänzende Maßnahmen erforderlich machen können. 

Die Feindiagnostik der Körperhöhlenorgane ist nicht Bestandteil unserer Zulassung und ist den Facharztkollegen der Radiologie, Inneren Medizin und Urologie vorbehalten. Desweiteren können wir die Röntgendiagnostik nur im Rahmen unserer Diagnostik und Therapie erbringen. Radiologische Auftragsleistungen ohne Behandlung sind in unserer Praxis nicht möglich. Röntgenstrahlung ist ionisierend. Sie kann dadurch Veränderungen im lebenden Organismus hervorrufen, Schäden verursachen und sogar Krebserkrankungen auslösen. Deshalb ist beim Umgang mit der Strahlung der Strahlenschutz (Röntgenverordnung, Strahlenschutzverordnung) zu beachten. Die Röntgenverordnung schreibt vor, Röntgenstrahlen nur in Fällen einzusetzen, in denen diagnostischer Nutzen und eine Behandlungskonsequenz resultieren. Der oft noch gebräuchliche Ansatz einer Gelegenheitsröntgenaufnahme wird von der Röntgenverordnung nicht mehr gedeckt. Ärzte und Personal unterliegen einer kontinuierlichen Fortbildung, um Röntgenstrahlen anwenden zu dürfen. Der gesetzeskonforme Umgang mit Röntgenstrahlen und der sachgerechte Einsatz der Röntgendiagnostik werden in Hessen sowohl von der Landesärztekammer, als auch von der kassenärztlichen Vereinigung und den zuständigen Regierungspräsidien überwacht.

 

Ultraschall (Sonographie)

Schallwellen oberhalb des hörbaren Spektrums (sog. Ultraschall) werden wird von den Schallköpfen über ein Gleitmedium in den Körper eingebracht. Aus der unterschiedlichen Absorption der Schallwellen durch verschiene Körpergewebe wird ein Bild errechnet. Der große Vorteil der Ultraschalldiagnostik gegenüber der Röntgenuntersuchung besteht in der absoluten Unschädlichkeit. Die chirurgisch/unfallchirurgische Ultraschalldiagnostik umfasst vorwiegend die Untersuchung von Weichteilveränderungen (Raumforderungen, Schleimbeutel, Zysten und Blutergüssen) sowie von Sehnen und Muskulatur an den Extremitäten und den Gelenken. Die Ultraschalldiagnostik hält vermehrt Einzug in die Diagnostik kindlicher Knochenbrüche am Handgelenk, dem Ellenbogen- und Schultergelenk. Derzeit ist oft noch eine begleitende Röntgendiagnostik erforderlich, dies wird aber mittelfristig entfallen. Zu erwähnen sei, dass der direkte und diagnostisch verwertbare Nachweis von bestimmten Geweben und deren Verletzungen (z.B. Außenbänder am Sprunggelenk, Meniskusfeindiagnostik) mit der Standardsonographie nicht zu erbringen ist. Bei stumpfen Bauchverletzungen bietet die Sonographie die Möglichkeit Verletzungen der Bauchorgane mit der Entwicklung von Flüssigkeit im Bauchraum zu erkennen oder weitgehend auszuschließen. Die Feindiagnostik der Abdominalorgane mittels hochauflösender Ultraschallgeräte wird durch Internisten, Urologen und Gynäkologen erbracht. Der Ultraschallbefund entspricht einer Momentaufnahme und kann bzw. muss bei einem Befundwandel gefahrlos wiederholt werden. Die während der Untersuchung erzeugten Aufnahmen werden im Chirurgischen Zentrum digital gespeichert und verwaltet. In Hessen überwacht die Kassenärztliche Vereinigung die sachgerechte Ausführung und Bewertung von Ultraschalluntersuchungen.